Typischer Odenwälder und ein Original

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Am Samstag, dem 6. September 2014, war Lothar Knopf, dienstältester Bürgermeister im Kreis Bergstraße, 60 Jahre alt geworden. Viele Weggefährten waren zu einem Empfang ins Rathaus gekommen, um dem beliebten Rathauschef zu gratulieren.

Mörlenbach
Die Bürgermeister fast aller umliegenden Kommunen waren dabei sowie Matthias Schimpf und Volker Buser für den Kreis Bergstraße, Mitarbeiter der Mörlenbacher Gemeindeverwaltung und Vertreter der politischen Gremien, der Vereine, der Kirchen und der Ortsteile. Den Anfang bei den Rednern machte der Erste Beigeordnete Andreas Pfeiffer. Wie die ihm nachfolgenden Gratulanten betonte er vor allem den Privatmenschen Knopf. Eine Würdigung des politischen Wirkens wird am 16. Dezember folgen, wenn Lothar Knopf offiziell verabschiedet wird. Pfeiffer erinnerte an den Lebenslauf des Jubilars, der ihn über die Grasellenbacher Verwaltung in das Mörlenbacher Rathaus geführt hatte.
Dank Leistung, Ehrgeiz und Selbstbewusstsein habe er sich 1990 gegen zwölf Bewerber durchgesetzt. Dass er in diesem Amt immer mit großen Mehrheiten bestätigt wurde, sieht Pfeiffer im Charakter des Bürgermeisters begründet: „Du warst und bist ein zukunftsorientierter, sehr bürgernaher und kompetenter Bürgermeister.“ Der Erste Beigeordnete charakterisierte Knopf als „echten und typischen Odenwälder“, der immer Mensch geblieben sei, bodenständig und sympathisch. Sein Dank galt auch der Ehefrau Melitta, die Lothar Knopf immer ein starker Rückhalt gewesen sei.

 Schimpf: Erfolgsrezept Sternzeichen Jungfrau
Kreisbeigeordneter Matthias Schimpf, der den Landrat vertrat, hatte eine bestimmte Ursache für Knopfs Erfolg im Verdacht. „Wir sind beide Sternzeichen Jungfrau“, führte er mit einem Augenzwinkern an. Diese seien ja bekanntlich die Besten – und hätten auch den richtigen Geschmack beim Fußball. Knopf habe sich in der nicht einfachen Kommunalpolitik immer die Lebensneugier und eine eigene Meinung bewahrt.
Gerhard Ohlig gratulierte Knopf im Namen der Gemeindevertretung. „60 und kein bisschen leise“, beschrieb Ohlig ihn anerkennend. Er zeige immer noch genau so viel Engagement wie all die Jahre zuvor, statt das Amt wie andere einfach „austrudeln“ zu lassen.
Heinz Berbner, Ortsvorsteher von Weiher, überbrachte die Glückwünsche der Ortsteile. Wie Gratulanten vor und nach ihm überreichte er dem Bürgermeister und seiner Gattin einen Reisegutschein. Knopf hatte angekündigt, den Ruhestand nicht zuletzt dem Reisen zu widmen.
Personalratsvorsitzender Wilfried Guthier sagte, der Jubilar habe zwei Familien, die eine in Wald-Michelbach, die andere sei Mörlenbach. Jeden Tag sei er von sieben Uhr morgens bis abends spät im Rathaus. Auch am Wochenende sei er oft in Mörlenbach unterwegs.
Walter Öhlenschläger ist Vorsitzender Freien Wähler Bergstraße. Vor ihm hatte Knopf das Amt 14 Jahre lang inne. Öhlenschläger zitierte Picasso: „Unter Menschen gibt es viel mehr Kopien als Originale.“ Knopf sei ein Original und laufe nicht dem Mainstream hinterher.
Auch die beiden Kirchengemeinden Mörlenbachs sowie Geschäftsführer Wolfgang Dölp vom Abwasserverband Oberes Weschnitztal überbrachten Glückwünsche. Für die Familie gratulierte Knopfs große Schwester Ortrud Zimmermann. Sie wies mit einem Schmunzeln auf den prägenden Einfluss der älteren Geschwister hin und amüsierte mit der Aussage, der PC im Büro des Rathauschefs sei sicher eine Attrappe: „Technik war nie dein Ding“. Ernsthaft lobte sie dagegen ihre Herkunftsfamilie, darunter den anwesenden Vater. Sie hätten, für eine Überwälder Familie jener Zeit nicht selbstverständlich, schon früh den Wert guter Bildung erkannt und diese den Kindern ermöglicht.
Knopf selbst dankte den Gratulanten herzlich. „Ich hatte eine schöne Zeit bisher und will noch lange leben“, meinte er. Er sei heute wieder vollkommen von einer schweren Erkrankung genesen und belastbar. So könnte er bis zum 31. 12. 2014, Punkt 24 Uhr, sein Amt ausführen.

 

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